Mittwoch, 2. Januar 2019

Die erste Tour 2019 führte mich nach Travemünde

Ab 2019 gibt es weniger Text, aber dafür mehr Bilder. 

Und schon geht`s los. Die erste Tagestour führte mich bei nur 4 Grad plus, gefühlt sind es allerdings höchstens 1 Grad, an die Ostsee. Es wehte ein starker Wind. Draußen auf See war es sogar ein Sturm. Die Folgen dieses Sturms werde ich euch gleich noch zeigen. Seid gespannt.

Der Charger ist startklar. Es kann losgehen.

Heftiger Gegenwind kann mir heute nichts anhaben. Ich hab ja einen CX von Bosch an Bord. Bald ist Travemünde in Sicht.

Kleiner Anstieg, und oben steht die Pausenbank. Für eine Pause ist es mir aber hier oben viel zu windig.

Das Panorama lädt mich sonst immer zum verweilen ein. Kann man doch nachvollziehen, oder?

Der Wind hat so heftig geweht, dass er die Wassermassen der Ostsee bis zum Bahnhof Travemünde Hafen gedrückt hat. Für Radfahrer kein Durchkommen. Die Autofahrer trauen sich auch nicht und kehren ebenfalls um und nehmen wie ich, eine Umleitung.

Selbst am Anleger der Priwallfähre steht das Wasser bis auf die Strasse.

Der Passat macht das nichts aus, sie schwimmt immer oben.

Meine Pausenbank mit Blick auf die Passat.

Ein Stück weiter ein "abgesoffenes" Restaurant und ein Kahn, der kieloben schwimmt. 


Normalerweise ist das hier der Strand.

Der Spielplatz am Strand. Die Boote sind vorübergehend ganz in ihrem Element.

Auf dem Weg zurück steht eine Bank in der Sonne, hier mache ich wieder Teepause.

Am Holstentor ist viel Betrieb. Die Trave zeigt auch Hochwasser und die Leute gucken.

Hier holt man sich nasse Füße, wenn man das Haus verlässt. Die hier sonst parkenden Autos wurden alle rechtzeitig an anderen Orten geparkt.

Der Malerwinkel, heute besonders malerisch.

Wieder zuhause, zeigte das Intuviadisplay fast 60 km an. 

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Hardware Update

Seit ein paar Wochen steht ein weiters "Pferd im Stall". Anders ausgedrückt, ich habe mir ein neues Fahrrad gekauft. Wochenlange Überlegungen gingen dieser Entscheidung voraus, wollte ich doch das für mich am besten geeignete PEDELEC finden, wobei ich mir ein Preislimit gesetzt habe. Das Ergebnis ist das hier:

Lieferzustand

Mit Gatesriemen und Enviolo-Nabenschaltung

Im Rahmenrohr verlegte Züge

Stufenlose Schaltung

Stabiles Faltschloss inklusive

Modifikation: Spiegel, Griffe, Klingel (Garmin Navi hatte ich schon)

Mudflaps zu deutsch: Spritzschutz von Brooks an beiden Schutzblechen

Zwischen Weihnachten und Neujahr habe ich dann einige Änderungen vorgenommen.

 Klingel und Navi haben die Seiten gewechselt

Das Garmin Oregon 600 hab ich schon 3 Jahre und bin sehr zufrieden mit dem Gerät.

Eine extralange Halterung für die Ortlieb-Lenkertasche montiert. 

Dann habe ich noch einen dezenten aber teuren Spritzschutz von Brooks vorn an das Schutzblech montiert.

Spritzschutz am Vorderrad

Spritzschutz am Hinterrad hat sich bewährt. Es gibt sicher bessere, aber ich mag so große Lappen einfach nicht leiden. 

Eine kleine Rahmentasche hatte ich noch im Fundus. 

Hier nochmal deutlich zu sehen, wie der Adapter für die Ortliebs montiert sind. Zum Schutz vor Abrieb an der Gepäckträgerstrebe habe ich einen transparenten Kunststoffschlauch aus dem Baumarkt, der Länge nach aufgeschnitten und mit einem Kabelbinder fixiert. 

Den Träger habe ich dem Ortliebsystem QL3.1 entnommen. Die Knöpfe und das Drahtgestänge habe ich  entfernt. 

Zur Zeit ist ein Sattel von SQlab montiert. 

Ich habe aber noch einen fast neuen Brooks und eine große Cane Creek Thudbuster Sattelstütze am Patria Terra. Gut möglich, dass ich die noch tausche.

Mein Patria Terra, das sich bestens bewährt hat,..... 

...aber jetzt zugunsten des Chargers von R&M den Platz des Reiserades abtreten musste.

So eine Lösung wünsche ich mir noch für den Charger.

Am Terra waren immer bis zu 2 Liter Getränke griffbereit. Da muss ich mir für den Charger noch etwas einfallen lassen.

Das neue Reiserad wartet auf die erste größere Reise.





Dienstag, 20. November 2018

Dänemark, auf dem Haervejen (Ochsenweg) von Nord nach Süd



                                     
          


Vorbemerkungen zum Haervejen

Die Landschaft Jütlands wurde durch die letzte Eiszeit, etwa vor 10.000 Jahren geformt. Mitten durch die Halbinsel, in Nord-Süd Richtung, bildete sich eine Hügelkette, auf der einige, wenige Flüsse und Bäche entspringen. Diese Wasserläufe fließen zum einen Teil in Richtung Ostsee, zum anderen Teil in Richtung Nordsee ab. Das Überqueren von Wasserläufen war schon in den vorigen Jahrhunderten immer mit Schwierigkeiten verbunden. Da liegt es doch nahe, wenn man Jütland von Nord nach Süd durchqueren will, dass man der Route auf der Hügelkette folgt. So entwickelte sich  schon sehr früh ein bevorzugter Reiseweg, der von den Heeren der dänischen Könige ebenso genutzt wurde, wie von den großen Viehtrieben, bei denen pro Jahr dreißig- bis fünfzigtausend Stück Vieh zu den Handelsplätzen und den bereits dichter besiedelten Landstrichen südlich des Königreiches. 
Heute finden Wanderer und Radtouristen gut ausgeschilderte Routen vor, die insbesondere in der Hauptsaison im Sommer gern genutzt werden. Zur Kategorie Radtourist gehöre im September 2018 auch ich. Meine Radreise soll in Skagen beginnen und in Flensburg enden. Hier kann man jetzt eine Zusammenfassung meiner Erlebnisse auf der Tour nachlesen. Ich wünsche viel Spaß dabei. 


Hier seht ihr eine Grafik zum Verlauf des offiziellen Haervejen / Ochsenweg: 

Der kleine Zipfel ganz oben gehört nicht zum offiziellen Teil, ich hab ihn eigenmächtig hinzugefügt. (zyanfarbig)

Montag, 03.09.2018:  Die Anreise 

Die Anreise zu meinem Startpunkt nach Skagen, erweist sich schon als kleine logistische Herausforderung. Nach endlosen Recherchen zu Bahnverbindungen kommt als einzig akzeptable Lösung heraus, von Lübeck bis Flensburg das Auto zu nehmen, um dann von Flensburg über Aarhus und Aalborg (jeweils umsteigen) bis nach Skagen zu gelangen. 
Ich stehe um 5:00 Uhr morgens auf, fahre um 6:00 Uhr los, steige um 8:45 Uhr in Flensburg in den ersten Zug und komme dann nach 2-maligen Umsteigen um 16:30 Uhr in Skagen an. 



Ich wähle den Campingplatz Grenen Camping aus, befreie mich von dem Gepäck und fahre sofort, nachdem das Zelt steht, rauf zur Nordspitze.

Tiefe Sandwege verhindern, dass ich bis ganz vorne ans Wasser fahren kann.


Der Leuchtturm von Skagen ist nach weniger als 2 km erreicht.


Ein Blick über die Düne zeigt draussen auf der Reede mehr als 20 Frachtschiffe, die auf neue Fracht warten. Ein teueres Unterfangen für die Reedereien, aber preiswerter, als Liegezeiten in Häfen. Hier wird deutlich, dass die Schiffahrtskrise noch längst nicht vorbei ist.





Ein tiefer Sandweg verhindert die Weiterfahrt bis zum nördlichsten Punkt Dänemarks, also setze ich mich in die Sonne und genieße den Ausblick und ein mitgebrachtes Bier.

Das Zoomobjektiv meiner Kamera ermöglicht eine Aufnahme des Leuchtturms im warmen Abendlicht. Dann fahre ich zurück zum CP, koche mir mein Abendessen (Tortellini) und gehe früh schlafen. Ein langer und zum Teil recht beschwerlicher Anreisetag neigt sich dem Ende zu. Ich bin gespannt, was ich morgen, wenn die eigentliche Tour startet, so alles erleben werde.    

Tageskilometer:      16,5                  Gesamte Tour seit Start:                 16,5

Tageshöhenmeter: 21                     Gesamte Höhenmeter seit Start:   21       

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Dienstag, 04.09.2018  Endlich unterwegs


Magentafarbig ist der offizielle Weg. Man sieht, manchmal weiche ich ab.

Ich stellte gestern den Wecker auf 07:00 Uhr, was ich auch während der nächsten Tage so beibehalten will. Um 6:45 Uhr bin ich allerdings schon wach. Um 08:00 Uhr ist das Zelt abgebaut und die Ausrüstung ist verpackt. Es geht los. In Skagen suche ich eine Bäckerei auf und frühstücke. Ein kleines Brot für unterwegs kommt in die Packtasche und dann folge ich dem Fernradweg Nr 1, der mich zum Haervejen führen wird. 



Mitten im Wald, eine Radwegekreuzung.


Dann kommt das Naturschutzgebiet Hulsinger Heide. Das hier erinnert mich stark an meine Kindheit. Die Stimmung, die Landschaft und die Gerüche gleichen denen, in der ich aufgewachsen bin.



 


Der Radweg Nr 1 wird von mehreren Schülergruppen genutzt, die mir entgegen kommen. Heute, so erfahre ich später, ist in Jütland so eine Art Outdooraktivitätentag. Alle Schulen in Dänemark veranstalten mehrmals im Jahr Naturerlebnistage für ihre Schüler. Das gefällt mir.    

Dieses Krone kennzeichnet Naturschutzgebiete. Davon gibt`s hier oben reichlich.

Und dann stoße ich auf den Haervejen, den wir in Deutschland als den Ochsenweg bezeichnen. Er wird mit der Nr 3 gekennzeichnet. Ursprünglich ging der historische Haervejen von Viborg bis nach Wedel an der Elbe. Die Ursprünge dieses Weges liegen wahrscheinlich bereits in der Bronzezeit. Im 17. Jahrhundert wurden jährlich 30- bis 50.000 Tiere über diesen Weg getrieben. Interessierte lesen bitte hier nach. Auch diese Seite hält  weitere Informationen zu diesem Thema bereit. 
Für Radreisende und Wanderer der Neuzeit hat man den Startpunkt des Haervejen zur Stadt Frederikshavn verlegt. Damit hat er direkten Anschluß an die Fernradwege Schwedens. Geschickt vermarktet, finde ich. 



Der Ochsenweg, so werde ich ihn fortan nennen, bringt mir die erwartete Ruhe und die Nähe zur Natur. Womit ich nicht gerechnet habe, ist das ewige Auf und Ab. Die Hügel sind zwar nicht übermäßig hoch, aber dafür reiht sich einer an den anderen. Manchmal sind sie sehr steil, so dass ich schieben muss. 
Jeder, der schon in den Bergen mit dem Fahrrad unterwegs war und versucht hat, steile Wege zu fotografieren weiß, dass das sehr schwierig ist. Das Foto verharmlost immer. 

Hier hat ein schlauer Zeitgenosse mal die Steigung auf die Strasse gepinselt.

Ist doch klar, dass ich hier hochschieben musste. 
Ich kämpfe mich Hügel um Hügel über den Weg, finde unterwegs reichlich Obst und kann Salami, Käse und einen 6er-Pack Bier einkaufen. Nach einer kurzen Vesper geht`s weiter. Bald bin ich mit den Kräften am Ende. Ein Campingplatz ist nicht zu finden und für die Shelter fehlt mir noch der geschulte Blick. Aus lauter Verzweiflung versuche ich ein Hotelzimmer zu bekommen. Die Chefin erklärt mir lächelnd, sie seien ausgebucht. Ausgebucht? In der Nachsaison?  Mitten auf dem Land, an einem Flecken ohne jegliche touristische Attraktion? Ich verlasse grußlos das ungastliche Haus und fahre mit schmerzendem Hintern und einer gehörigen Portion Wut im Bauch weiter. 
Dann habe ich nach über 100 km Tagesleistung allerdings Glück. Ich finde einen tollen Shelter. 



Drei Unterstände, eine große Feuerstelle, Brennholz, ein Grillofen, alles kostenlos und ganz für mich alleine. Dazu eine wunderbare Aussicht: 



Tageskilometer:                     111,4 km                 Gesamte Tour seit Start: 127,9 km   

Tageshöhenmeter:                 648 hm                  Gesamte Höhenmeter seit Tourstart: 669 hm


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Mittwoch, 05. 09. 2018 von Aalborg nach Vammen

Morgens um 07:00 Uhr bin ich wach. Die Nacht war ruhig, wilde Tiere hab ich auch nicht bemerkt. Nach dem Aufräumen und Zusammenpacken fahre ich auf allen nur erdenklichen Wegen, mit Oberflächen von Asphalt über Schotter, Waldweg bis Trampelpfad in Richtung Aalborg. Dort werde ich eine Frühstückspause machen. 




Das hab ich heute noch vor mir.

Auf der Brücke über den Limfjord

Auf Wiedersehen Aalborg 
Was jetzt folgt ist ein ewiges Auf und Ab durch wunderschöne Landschaft, die für die quälenden Höhenmeter eine gerechte Entschädigung sind. 






Irgendwann unterwegs will der Track mich durch Schafsgitter und schon wieder über Trampelpfade schicken. Jetzt reicht`s aber, ich fahre einen Umweg, bleibe aber auf der Strasse, die ohnehin ja nicht stark befahren wird. 

Ein See lädt zum Baden ein. 


Nach einem erfrischenden Bad wird es Zeit, einen Campingplatz aufzusuchen, der ebenfalls an einem See gelegen, schon bald gefunden ist. Bald steht das Zelt. Ich geniesse den Blick auf das Wasser, koche ein Abendessen und trinke mein "Feierabendbier".


Tageskilometer:         98,3 km                         Gesamte Tour seit Start:          226,9 km

Tageshöhenmeter:     645 hm                          Gesamte Höhenmeter seit Tourstart: 1.314 hm


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Donnerstag, 06. 09. 2018  von Vammen nach Blystrup

Die bisher ruhigste Nacht. Obwohl beide Zelteingänge weit offen waren, ist das Zelt klatschnass, natürlich nur das Überzelt. Nach dem Frühstück fahre ich um 08:40 Uhr ab, in Richtung Viborg. 

Bereits um 10:00 Uhr zeigt sich der Dom von Viborg auf der anderen Seeseite. Dummerweise, oder weil ich zu bequem bin die Steigung zum Domplatz unter die Räder zu nehmen, lasse ich eine Besichtigung aus.


Kurz nach Viborg stoße ich auf eine ehemalige Bahntrasse, die ich mit großer Zufriedenheit verfolge. Doch nach kurzer Zeit geht das hügeleige Auf und Ab wieder los. Nach Tageskm 50 kommt endlich ein langes und flaches Stück.




Hier wachsen unsere Weihnachtsbäume.
Seit 12:00 Uhr hab ich permanenten und langsam immer stärker werdenden Gegenwind. Ich finde eine windgeschützte Stelle und mache ein Picknick. 




Am Nachmittag erreiche ich einen Campingplatz in Bryrup. Glück gehabt, heute ist Donnerstag, am Samstag schließt der CP und man macht Winterpause bis Mai 2019.
Abends mache ich dann endlich die Roulladen warm, die ich schon tagelang mit mir herumschleppe. Dazu gab es Nudeln. Echt lecker.



Tageskilometer:         87,4 km                         Gesamte Tour seit Start:          313,6 km

Tageshöhenmeter:     718 hm                          Gesamte Höhenmeter seit Tourstart: 2.032 hm


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Freitag, 07. 09. 2018   von Bryrup nach Baekke

Um 05:00 Uhr beginnt es zu regnen. Ich registriere das und schlafe wieder ein. Um 09:00 regnet es immer noch, ich stehe auf und mache mir unter dem Vordach des geschlossenen CP-Restaurants das Frühstück. 




Das sieht nicht gerade vielversprechend aus. 

Nach dem Frühstück packe ich meinen ganzen Krempel ein, rolle das nasse Zelt zusammen, schlüpfe in die Regenklamotten und fahre los. 




Regennasse Strassen, aber es wird langsam heller am Horizont,



Rastplatz und Trinkpause,


Der Regen lässt nach und bald zeigt sich wieder die Sonne. 



Verpflegungsstelle, hier kaufe ich "Caprisonne" und Müsliriegel. Selbstbedienung, was sonst?
Die Abzweigung nach Jelling lasse ich links liegen. Ich befürchte, dass ich die Tour bis Flensburg nicht in der mir zur Verfügung stehenden Zeit schaffen werde. Im Nachhinein bereue ich es, dass ich Sehenswürdigkeiten von historischer Bedeutung ausgelassen habe und verspreche mir heute, da ich diesen Bericht schreibe, dass das nicht wieder vorkommt. 

Die berühmten Runensteine von König Harald Blauzahn und seinem Vater. (Das Foto entstammt der Internetseite der Touristeninfo. dk)

Ich schließe mich auf der Weiterfahrt nach Baekke einem dänischen Reiseradler an, der mir anbietet, mich zu einem Shelterplatz zu führen, in dessen Nähe Duschen, Toiletten und ein warmer Aufenthaltsraum kostenlos zur Verfügung aller Radreisenden und Wanderer auf dem Haervejen bereit steht.  
                                  


Auf dem Weg nach Baekke kommen wir an den berühmten Hamburger Steinen vorbei.

Unser Lagerplatz in Baekke.

Tageskilometer:         69,2 km                         Gesamte Tour seit Start:          382,8 km

Tageshöhenmeter:     436 hm                          Gesamte Höhenmeter seit Tourstart: 2.468 hm

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Samstag,  08. 09. 2018  von Baekke nach Rödekro



Für heute kündigt die WetterApp eine heraufziehende Regenfront an. Als Erik, so heißt mein dänischer Fahrradkumpel, morgens  um 06:30 Uhr zum Brötchenholen fährt, ist sie schon zu sehen. Und bald setzt der Regen ein. Erik kommt nicht zurück, ich frühstücke allein, packe zusammen und fahre los. Erik sitzt warm und trocken im Aufenthaltsraum. Wir trinken zusammen noch einen Kaffee. Es ist 10:30 Uhr, es hört auf zu regnen und ich fahre los. 
Bei starkem Gegenwind erreiche ich nach ca. 20 km Frederiksbroen, eine Brücke überquert hier den Fluß. Paddler sind unterwegs. 




Vesperpause mit Kaffee und Hotdog







Unterwegs komme ich immer wieder an Obstbäumen vorbei. Die Apfelernte fällt hier sicher genau so gut aus, wie bei uns zuhause. 

Verhungern würde ich auf dieser Tour jedenfalls nicht. 
Zum ersten mal auf meiner Tour sehe ich ein Hinweisschild auf den Ochsenweg. 
 Nach über 80 km mit anhaltendem Gegenwind, mal mehr, mal weniger stark komme ich erschöpft in Rödekro an. Nach kurzer Sucherei entdecke ich auch den versteckt liegenden Shelterplatz. Ganz in der Nähe, direkt bei der Kirche gibt es einen geheizten, sehr sauberen Sanitärraum. Nach der gründlichen Körperpflege, dem Abendessen und einer großen Dose Bier verziehe ich mich bei einbrechender Dunkelheit in  meinen Schlafsack.





 Tageskilometer:         82,7 km                         Gesamte Tour seit Start:          465,5 km

Tageshöhenmeter:     399 hm                          Gesamte Höhenmeter seit Tourstart: 2.867 hm


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Sonntag, 09. 09. 2018  von Rödekro nach Flensburg


Schlussetappe. Ich freue mich auf zuhause. Gut, dass ich in den letzten Tagen immer ein bißchen mehr gefahren bin, als ich eigentlich wollte, so habe ich heute nur noch knapp 50 km vor mir. Um 06:45 bin ich schon hoch. Es ist, wie immer, wenn es denn nachhause geht, hab ich keine Ruhe mehr. Ein letzter Blick über den Shelterplatz, ein schnelles Frühstück und los geht´s. 


Der dänische Pastor lässt zu meinem Abschied die Glocken läuten.  Ob man froh ist, mich wieder los zu sein, oder ob man mich mit frohem Glockengeläut verabschiedet, bleibt offen. 

So kurz vor der Grenze zu Deutschland stoße ich dann doch noch auf eine alte historisch interessante Stelle, von denen ich mir unterwegs viele dieser Art versprochen hatte. Heute, am Schlusstag nehme ich mir aber trotz meiner inneren Unruhe doch noch viel Zeit und sehe mir diese Stätte genau an. 






Und weiter gehts. Mir geht es gut, das Wetter ist okay, an den Wind habe ich mich schon gewöhnt. Wenn die Sonne auch nur sporadisch durchkommt, Hauptsache, es regnet nicht.
Ich komme gut voran.




                           


Padborg, nur noch wenige km und ich bin an der deutsch / dänischen Grenze.
 Dann geht alles ganz schnell. Ein Hinweisschild, diesmal gekennzeichnet mit " Graenseruten" weist mir den Weg über die grüne Grenze und schon stehe ich vor dem Ortsschild von Harrieslee.




Der Rest ist furchtbar einfach. Von Harrieslee radele ich auf Radwegen nach Flensburg, kann noch einen Blick auf das sonntägliche Treiben am Hafen erhaschen, strampele die Steigung zum Bahnhof hinauf, wo sich mein Auto unter herabgefallenem Laub am Strassenrand versteckt hat. 

 Tageskilometer:         49,1 km                         Gesamte Tour seit Start:          514,6 km

Tageshöhenmeter:     195 hm                          Gesamte Höhenmeter seit Tourstart: 3.062 hm


Fazit

Insgesamt war ich inklusive Anreise 7 Tage unterwegs. Die Anreise von Lübeck nach Skagen ist nicht so einfach. Da muss schon sorgfältig geplant werden. Eine Bahnverbindung Lübeck - Skagen
ist wohl vorhanden, aber durch häufiges Umsteigen und lange Umsteigezeiten ist man weit mehr als 12 Stunden unterwegs. Deshalb habe ich die kombinierte Variante Auto und Bahn gewählt. Ich fuhr morgens um 06:00 Uhr zuhause los, stellte das Auto in Bahnhofsnähe in Flensburg ab und stand um 08:15 Uhr reisefertig am Bahnsteig. Der Zug fuhr pünktlich um 08:48 Uhr ab. In Aarhus und Aalborg musste ich umsteigen. Vom Bahnhof Skagen zum CP sind es nur wenige Minuten mit dem Rad, so dass ich um 17:00 Uhr das Zelt aufgebaut hatte und noch eine Besichtigungstour zum Leuchtturm und an die nördlichste Spitze Dänemarks machen konnte. 

Der Haervejen, von uns Deutschen als der Ochsenweg bezeichnet, begann ursprünglich in Viborg. Eine clevere touristische Vermarktung lässt diesen Themenradweg jetzt in Frederikshavn beginnen. Der Radweg ist als nationale Route No 3 ausgeschildert. Von vielen Radtouristen, und ich nehme mich da nicht aus, wird diese Route klar unterschätzt. Niemals hätte ich vermutet, dass im nördlichen und mittleren Jütland so viel Höhenmeter zu überwinden sind. Denn Haervejen kann man auch als Wanderer gehen. Radweg und Wanderweg sind bis auf wenige Ausnahmen räumlich weit voneinander getrennt. 

Die Radwege sind sehr gut ausgeschildert, der Haervejen führt allerdings des öfteren auch über Feldwege und schmale Pfade, auf denen es mir schwer gefallen ist, mir vorzustellen, dass dort einmal riesige Viehherden entlang getrieben wurden. 

Unterkünfte waren für mich als Camper überhaupt kein Problem. Die in großer Zahl vorhandenen öffentlichen Shelterplätze haben mir sehr gut gefallen. Will man in Hotels oder Pensionen übernachten, empfiehlt es sich dringend Reservierungen vorzunehmen. Ich wurde bei meinem einzigen Versuch, ein Zimmer zu buchen, sogar mit dem Hinweis - ausgebucht - abgewiesen, wobei die Situation vor Ort nicht auf ein ausgebuchtes Hotel hindeutete. Restaurants findet man unterwegs nur in den größeren Städten. Ich selbst habe mich unterwegs bei jeder Einkaufsgelegenheit mit Getränken und Lebensmitteln versorgt und abends oft selbst gekocht. Auf den Radwegen entlang der Ost- oder Nordsee sieht das sicher ganz anders aus. Da gibt es ausreichend Restaurants und Beherbergungsbetriebe, die auch im September noch geöffnet haben.  

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es sich um eine interessante Radroute handelt, die dem Biker einiges an Anstrengung abverlangt. Dafür wird er mit wunderbarer Landschaft, vielen versteckten Sehenswürdigkeiten und großartigem Naturerlebnis belohnt.